Gründerzeit-Möbel

Mit der Epoche der Gründerzeit wird die wirtschaftliche Phase des 19. Jahrhunderts bis zum Börsenkrach von 1873 bezeichnet, die auch durch eine Architektur und eben ein spezielles Design geprägt war. Prägend für diese Zeit war der sprunghafte Mehrbedarf an Wohnraum, so dass teilweise ganze Straßenzüge und Viertel auf die sprichwörtliche grüne Wiese gebaut wurden.

Die Gründerzeit

Auch heute noch erinnert in vielen Städten die so genannte Gründerzeitviertel an diese Tatsache. Wesentlich ist, dass der Stil dieser Zeit auch häufig als Historismus bezeichnet wird. Dabei griff man vor allem bei der stilistischen Gestaltung von Möbeln gern auf die Stilelemente der Romantik und des Klassizismus zurück, was in der optischen Wirkung den Reiz des Pluralismus ausmacht. Dabei vereint dieser Stil wesentliche Elemente des Neubarock, der Neugotik, der Neorenaissance und der Neoromanik zu einem mehr oder weniger neuen bzw. neu kombinierten Stil.

Bezug von Möbeln aus der Gründerzeit

Wer sich für Möbel dieser Zeit interessiert, wird recht schnell feststellen, dass es die typischen Gründerzeit-Möbel an sich gar nicht gibt. Hier kommt es dann wie so oft auf ein Zusammenspiel und eine Wechselwirkung verschiedener Zeiten und Epochen an, die dann in dem jeweiligen Möbelstück enthalten sind. Hin und wieder finden sich somit in den Möbeln dieser Zeit auch Elemente des Neorokoko. Dabei kann von geradlinigem Design bis zu verspielten Ornamenten in den Gründerzeitmöbeln alles enthalten sein.

Hier lohnen bei Auktionen oder bei einem entsprechenden Antiquitätenhändler die individuelle Besichtigung und die Entscheidung – auch per Katalog – welches Möbelstück gefällt und welches eben nicht. Hin und wieder finden sich Möbel im Stil der Gründerzeit auch als Imitate im Möbelhandel. Wer noch alte Bilder besitzt, kann sich diese Möbel auch bei einem versierten Möbelschreiner nachbauen lassen. Doch auch auf Flohmärkten wird man hin und wieder fündig.